Thule Chariot Lite 2 Buggy und Kinderanhänger im Test2018-06-08T19:45:14+00:00

Thule Chariot Lite 2 Buggy und Kinderanhänger im Test

Für Ausflüge mit den Kindern haben wir den Thule Chariot Lite 2 Jogger-Buggy gekauft. Hier im Testbericht teilen wir unsere persönlichen Erfahrungen.

Übersicht
Gründe, einen Thule Chariot Lite 2 zu kaufen
Abgrenzung des Lite 2 von anderen Chariot Modellen
Aufbau vom Buggy
Jogger Buggy im Praxis-Test
Fahreigenschaften – mit dem Buggy unterwegs
Ein Blick auf das Thule Zubehör
Großes Rad für vorne: Thule Chariot Jogging Kit
Fazit zum Thule Buggy und Kinderanhänger

Buggys, die sich zum Joggen eignen, liegen bei Eltern im Trend. Wir haben uns für den Thule Chariot Lite 2 entschieden, der nicht nur ein Jogger-Buggy ist, sondern sich auch als Kinderanhänger am Fahrrad eignet. Die Lite 2 Variante ist ein Doppelsitzer, in der gleich zwei Kinder Platz finden.

Thule Chariot Lite 2 offroad Einsatz

Insgesamt bietet Thule vier Chariot-Modelle an: Lite, Cross, Sport und Cab. Unser Test berücksichtigt zwar nur das Lite Modell, doch größtenteils sind die Buggys identisch. Damit dürften unsere Testergebnisse auch Eltern weiterhelfen, die sich für ein anderes Modell des Multisport Kinderanhängers interessieren.

Gründe, einen Thule Chariot Lite 2 zu kaufen

Zeitweise haben wir bei Spaziergängen zwei kleine Kinderbuggys geschoben. Das war lästig, zumal sich kein Buggy zum Joggen eignete. So stand die Überlegung an, einen Jogger-Buggy als Doppelsitzer zu kaufen.

Recherchen im Internet machten uns auf die Thule Chariot Buggys aufmerksam, die modern aussehen und große Räder mit Luftbereifung für verschiedene Aktivitäten haben. Das Lite 2 Modell (Geschwisterwagen) haben wir dann zusammen mit dem Jogging-Kit (großes, mittiges Vorderrad) bestellt. Die Gründe für den Kauf waren:

Sicherheit: Als Multisport Fahrradanhänger konzipiert, wird im Vergleich zu vielen anderen Buggys ein enormer Schutz geboten. Dieser Schutz basiert auf der eigentlichen Zelle des Kinderanhängers sowie den 5-Punkt-Sicherheitsgurten.

Jogger-Buggy: Wir können mit dem Buggy auch sportlich unterwegs zu sein und ihn sogar auf unbefestigtem Terrain (offroad) schieben.

Doppelsitzer verfügbar: Als Geschwisterwagen eignet er sich, um gleich zwei Kinder zu bewegen. Das ist viel entspannter, als mit zwei Buggys gleichzeitig unterwegs zu sein.

Erhoffte Qualität: Thule ist ein schwedisches Unternehmen, das für die hohe Qualität seiner Produkte bekannt ist. Nachdem wir bislang eher klapprige Kinderwägen und Buggys im Einsatz hatten, wollten wir Markenqualität testen.

Fahrradanhänger: Wir setzen den Chariot Lite 2 nur als Buggy ein. Aber für einige Eltern könnte es ausschlaggebend sein, ihn auch als Fahrradanhänger zu nutzen.

Abgrenzung des Lite 2 von anderen Chariot Modellen

Die Thule Chariot Reihe umfasst neben dem Lite Modell weitere Modellvarianten. Im Kern sind die Kinderbuggys nahezu gleich, Unterschiede gibt es nur bei Größe und Ausstattung. Alle Buggys sind als Einsitzer oder Doppelsitzer erhältlich.

  • Thule Chariot Lite: Das Einstiegsmodell.
  • Thule Chariot Cross: Mit verstellbarer Rückenlehne.
  • Thule Chariot Sport: Mit verstellbarer Rückenlehne und Bremse.
  • Thule Chariot Cab: Mit verstellbarer Rückenlehne und XXL Stauraum.

Aufbau vom Buggy

Der erstmalige Zusammenbau ist ein Kinderspiel. Da nur wenige Handgriffe notwendig sind, dauert der Aufbau keine 10 Minuten.

  1. Verriegelung lösen und Buggy aufklappen
  2. Griff anschrauben (lediglich zwei Inbus-Schrauben anziehen)
  3. Hinterräder ansetzen und einrasten (dabei die blauen Kappen drücken)
  4. Vorderräder ansetzen und einrasten oder (falls gekauft) Jogger-Rad montieren
  5. Luftreifen aufpumpen

Ob als Buggy oder Fahrradanhänger, er lässt sich jederzeit schnell zusammenlegen und beispielsweise im Kofferraum des Autos verstauen. Der Aufbau geht fast genauso schnell.

Jogger Buggy im Praxis-Test

Dank seiner großen Öffnung ist der Buggy gut zugänglich, Kinder lassen sich leicht hineinsetzen und auch herausheben. Am Hang wird der Multisport Fahrradanhänger per Feststellbremse gegen Wegrollen gesichert. Die beiden Hinterräder sind dann in beide Richtungen vollständig blockiert. Das Anziehen und Lösen der Bremse erfolgt per Fuß und gelingt stets auf Anhieb.

Der 5-Punkt-Sicherheitsgurt ist in Länge und Höhe stufenlos verstellbar, wie man es vom Autokindersitz her kennt. Was uns gefällt: Linker und rechter Teil eines Gurts können jeweils separat in die zentrale Raste eingesteckt werden und sind sofort fixiert. Die Kinder sitzen leicht zurückgelehnt. Es kam schon von, dass sie auf einer Tour eingeschlafen sind. Die Köpfe sind dabei hinten schön angelehnt, d.h. das Fehlen einer verstellbaren Rückenlehne (betrifft nur das Chariot Lite Modell) ist für uns kein Problem. Allerdings sind wir auch nie länger als ein bis zwei Stunden unterwegs.

Normalerweise fahren wir den Buggy offen. Für den Fall, dass die Sonne tief steht und die Kinder blendet, befindet sich eine Sonnenblende an Bord. Sie besteht aus einem grauen Stoff, der auf den beiden Außenholmen angeklippt wird. Die Sonnenblende ist komplett abnehmbar und wird bei uns hinten in der großen Tasche verstaut.

Ein herunterziehbarer Gitterstoff verspricht Schutz vor Insekten. Sollten die Kinder mal ein Eis essen, lassen sich Bienen oder Wespen leicht aussperren. Ein ausrollbarer und zugleich transparenter Kunststoff dient als Regenschutz. Im Gegensatz zum Gitterstoff (der sich hochrollen lässt) ist der Regenschutz komplett abnehmbar.

Im Innern befinden sich zwei kleine Seitentaschen, eine für jedes Kind. Es kam schon vor, dass sie darin ihre Schnuller verstaut oder Kastanien gesammelt haben. Auf der Rückseite ist von außen eine große Tasche aufgesetzt, die viel Stauraum bietet. Zwei Erwachsene können darin mühelos ihre Winterjacken verstauen.

Doppelsitzer für 2 Kinder
Tasche zum Verstauen

Fahreigenschaften – mit dem Buggy unterwegs

Nun zu den Fahreigenschaften und Manövrierfähigkeiten. Gegenüber unseren früheren Buggys ist der Thule Chariot Lite 2 ein Traum. Die großen Räder mit Luftreifen beeindrucken mit ihrer Laufruhe. Die alten Buggys mussten wir kräftig schieben, weit gerollt sind die nie. Hier ist das vollkommen anders, der Lauf ist leicht und sanft. Außerdem ist der Widerstand ist sehr gering.

Der Griff ist in mehreren Stufen höhenverstellbar. An ihm befindet sich aus gutem Grund eine Handschlaufe. Wegen des leichten Laufs der Räder ist die Handschlaufe schlichtweg Pflicht, zumindest beim Joggen oder wenn es bergab geht. Im Gefälle zieht der Buggy und will gebremst werden, was den geringen Widerstand der Räder unterstreicht. Wer überwiegend auf steilem Terrain mit häufigem bergauf und bergab unterwegs ist, sollte über den Thule Chariot Sport nachdenken. Dessen Trommelbremse könnte durchaus von Nutzen sein.

Beeindruckend ist auch die Wendigkeit, selbst auf der Stelle. Die großen Hinterräder sind überhaupt keine Einschränkung. Die vorderen Standardräder sind in alle Richtungen drehbar und reagieren sofort. Der Buggy ist unglaublich wendig und bietet dennoch einen hervorragenden Geradeauslauf. Damit es auch die Kids komfortabel haben, ist die hintere Achse mit einer Federung versehen. Wobei die Federung vorrangig auf die Verwendung als Fahrradanhänger ausgelegt ist.

Selbst ohne Jogging Kit – also mit den vorderen Standardrädern – sind passable Offroad-Eigenschaften geboten. Gute Feldwege und Waldwege befahren wir vorzugsweise mit diesen Rädern, weil sie so gute Manövriereigenschaften mit sich bringen. Das Jogger Wheel ist also nicht zwingend ein Muss, je nach Beschaffenheit der Wege geht es auch ohne.

Standardräder vorne
Buggy mit Handschlaufe schieben

Ein Blick auf das Thule Zubehör

Der Hersteller bietet für die Multisport Kinderanhänger der Chariot Reihe jede Menge Zubehör an. Es reicht von Sitzerhöhungen über Flaschenhalter bis hin zu Skiern, die den Buggy schneetauglich machen.

Je nach Einsatzzweck und Bedarf der Kinder kann es sinnvoll sein, das ergänzende Thule Zubehör zu kaufen. Doch ganz ehrlich: Wir kommen bereits mit der Standardausstattung bestens zurecht. Lediglich das Jogging Kit haben wir zusätzlich bestellt, um bei ländlichen Touren auf Feld- und Schotterwegen noch besser aufgestellt zu sein.

Großes Rad für vorne: Thule Chariot Jogging Kit

Das Jogging Kit verwandelt unseren Chariot Lite 2 in einen Jogger-Buggy. Der Umbau ist einfach. Die beiden Standardräder werden abgenommen. Dann erfolgt die Montage eines großen, mittigen Rades mit Luftreifen. Das große Jogger Wheel verspricht mehrere Vorteile.

Leichterer Lauf: Zwei Räder erzeugen einen größeren Rollwiderstand als nur ein Rad. Hinzu kommt der größere Raddurchmesser, der mehr Geschwindigkeit bringt.

Bessere Federung & mehr Komfort: Ein vorderes Rad nimmt zwangsläufig weniger Stöße durch Unebenheiten oder Steine auf, als zwei Räder. Durch den vergrößerten Radstand werden Stöße noch besser ausgeglichen. Die Federung wird durch den Luftreifen zusätzlich verbessert.

Thule Jogging-Kit
Jogger-Buggy

Jogger-Wheel: Wechsel der Räder vornehmen

Für den Aufbau wird das Rad mit der beiliegenden Steckachse zwischen zwei Führungen fixiert. Die Standardräder werden vom Fahrradanhänger abgenommen, in dieselben Halterungen die beiden Führungen eingesetzt und eingerastet.

Im Grunde war es das schon, wobei es nach dem erstmaligen Aufbau noch erforderlich ist, den Geradeauslauf einzustellen. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Jogger-Buggy zunächst nach links oder rechts zieht. Hierfür gilt es die Fixierungen zu lösen, an einem kleinen Einstellrad zu drehen und die Fixierungen dann wieder anzuziehen. Diese Handgriffe dauern nur wenige Sekunden. Trotzdem brauchten wir ca. fünf Durchgänge, bis die ideale Einstellung gefunden war. Tipp: Den Geradeauslauf auf absolut gerader Strecke neben dem Bordstein ermitteln. Mit solch einer Orientierungshilfe fällt das Einstellen leichter.

Jogger Wheel in der Praxis

Im Vergleich zu den Standardrädern macht das Jogging-Kit einen riesigen Unterschied – im Positiven wie im Negativen. Die Vorteile wurden bereits genannt. Der Buggy läuft noch etwas leichter und ist besser gefedert. Die ohnehin schon guten Offraod-Eigenschaften des Kinderbuggys verbessern sich nochmals merklich.

Andererseits wird die Manövrierfähigkeit erheblich eingeschränkt. Mit dem starren Vorderrad lässt sich der Jogger-Buggy nicht mehr wie gewohnt lenken. Stattdessen muss er jedes Mal leicht angehoben werden, um das Vorderrad zu versetzen. Man gewöhnt sich daran, aber die Nutzung ist eben komplett anders. Natürlich muss das so sein, beim Joggen stößt man den Buggy eher an (anstatt permanent zu schieben), sodass ein stabiler Geradeauslauf notwendig ist.

Wir haben schon mehrfach die Räder gewechselt und experimentiert. Inzwischen fahren wir den Buggy überwiegend mit den Standardrädern. Für normale Spaziergänge sind sie unserer Meinung nach die bessere Wahl, weil die erhöhte Manövrierfähigkeit mehr Komfort bietet.

Fazit zum Thule Buggy und Kinderanhänger

Unsere Entscheidung, den Thule Chariot Lite 2 Fahrradanhänger zu kaufen, war goldrichtig. Wir bewegen lieber zwei Kinder im Doppelsitzer, als zwei Buggys zu schieben. Die Fahreigenschaften sind ein Traum, vor allem an die Leichtgängigkeit gewöhnt man sich schnell. Ab- und Aufbau, wenn man den Jogger-Buggy im Auto mitnehmen möchte, kosten nur wenig Zeit. Außerdem sind die Kinder jedes Mal begeistert, sie steigen immer gerne ein.

Ob man ein sehr geräumiges Modell (Chariot Cab) oder eines mit Bremse (Chariot Sport) benötigt, muss jeder selbst entscheiden. Wir haben das Thule Chariot Lite Modell gekauft, weil uns dessen simple Ausstattung genügt. Alle Chariot Buggys haben einen stolzen Preis, da wollten wir nicht mehr Geld als nötig ausgeben. Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen würden wir beim Kauf wieder so entscheiden.

Das Jogging Kit hat durchaus seinen Reiz. Eltern, die joggen oder sich in unwegsames Gelände begeben möchten, sollten das Jogger-Wheel kaufen. Aber das Rad ist kein Muss, für gemütliche Spaziergänge und Ausflüge mit den Kindern sind die Standardräder sogar die bessere Wahl.